Positiver Therapieeinfluss auf das vegetative Nervensystem

Grundlegendes

Evolutionsbedingt musste sich der Mensch ständig wechselnden, z.T. gefährlichen Situationen stellen und an harte Bedingungen anpassen, um sein Überleben zu sichern. Dies hat der Mensch nicht im Bewusstsein dessen getan, sondern es geschah unabhängig von Verstand, Motivation, Wunsch oder Absicht.

Dieses überlebenssichernde System nennt sich vegetatives Nervensystem. Es dirigiert unser akutes Verhalten, sowie lebenserhaltenden Körperfunktionen und arbeitet auf zwei wesentlichen Ebenen; dem Sympathikus und dem Parasympathikus.

Vereinfacht beschrieben, ist der Sympathikus der Beschleuniger bzw. der Aktivierer und sein Gegenspieler, der Parasympathikus der Bremser bzw. Entspanner.

Der Sympathikus

Der Sympathikus reagiert im Sinne einer Aufregungssituation. „Stresshormone“ wie Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol erhöhen sich explosionsartig und versetzen unser Nervensystem in eine Art „Rauschzustand“. Eine erhöhte Aktivität der Muskeldurchblutung, die Bronchienweitung, eine Herzschlag- und Blutdruckerhöhung und weitere Prozesse sind die Folge.

Durch die Aktivierung des Sympathikus kommt es zu einer Steigerung des Leistungsvermögens. Jedoch werden andere Prozesse unterdrückt, wie z.B. die Verdauung, der Sexualtrieb und die immunologische Präsenz der regenerativen Kräfte.

Bezogen auf die heutige Zeit, ist der Sympathikus nicht mehr vordergründig dazu da, uns vor täglich akut gefährlichen Situationen zu schützen. Jedoch reagiert dieses autonome bzw. vegetative Nervensystem in ähnlicher Weise auf “bedrohende” Lebensfaktoren wie z.B. Stress, Kritik, Angst, Sorgen, Geringschätzung, finanzielle oder familiäre Probleme.

Der Parasympathikus

Dem Parasympathikus hingegen kommt die Aufgabe der Entspannung zu. Nach einer herausfordernden Situation soll die erhöhte Aktivität wieder “zurückgefahren” werden.

Doch je öfter und je länger die Stressphasen andauern, desto mehr gerät der Parasympathikus durch die Überaktivität des Sympathikus in den Hintergrund. Dies kann soweit voranschreiten, dass man von einem “festgefahrenen” Sympathikus sprechen muss.

Chronisches Stressleiden

Es gibt keinen Zweifel, dass ein großer Teil aller chronischen (und teilweise auch akuten) Erkrankungen, direkt oder indirekt mit chronischen Stress bzw. einer dadurch verursachten gestörten Regulationsfähigkeit des vegetativen Nervensystems zusammenhängt.

Denn wenn der Sympathikus „stressbedingt“ die dauerhafte Oberhand gewinnt und sich verselbständigt, indem ihn kleinste Schlüsselreize in den Modus eines „Dauerfeuers“ versetzen, geraten auch seine direkten Befehlsempfänger wie das Herz-Kreislaufsystem, zentralnervöse Strukturen, hormonbildende Drüsen oder das Entzündungsgeschehen in den Zwang eines Dauerbetriebs.

Prof. Paul Rosch, Präsident des berühmten „American Institute of Stress“, hat bereits in der 1990 festgestellt, dass 75 bis 90% aller Hausarztbesuche, direkt oder indirekt mit Erkrankungen zusammenhängen, die durch chronischen Stress verursacht werden.

Folgen eines Sympathikus im “Dauerbetrieb”

Eine nachfolgenden Erschöpfungsreaktion bis hin zum Burnout sind die Folgen. Sowie es wahrscheinlich ist, dass unter einer dauerhaften überschießenden Stressreaktion, kognitive Verarbeitungsprozesse wie der Abruf von Gedächtnisinhalten erschwert wird und die Konzentrationsfähigkeit leidet. Auch die Schlafrhythmik wird angefriffen. Infektionen werden nicht mehr auskuriert, sondern chronifizieren.

Ebenso werden Entzündungsgeschehen nicht mehr eingegrenzt und belasten als „stille Entzündungen“ unseren Körper. Die natürliche Regulationsfähigkeit des vegetativen Nervensystems und hormonelle, immunologische und regenerative Ausgleichsprozesse sind kaum mehr gegeben.

Therapie eines deregulierten vegetativen Systems

Um eine Veränderung herbeiführen zu können, sollten zwei wesentliche Vorgänge passieren: Der “festgefahrene” Sympathikus muss gelöst und die Aktivität des “verschüchterten” Parasympathikus erhöht werden. Beide müssen sich wieder neu “justieren” und “einschwingen”. Jedoch kann ein “festgefahrener” Sympathikus sich nur dann lösen lassen, wenn er einen weiteren Aktivierungsschub erhält!

Der Sympathikus als auch der Parasympathikus sind mit Rezeptoren ausgestattet, die auf unser Verfahren prinzipiell reagieren. So kann mit dem Impulsverfahren unserer Therapielösung der “festgefahrene” Sympathikus (kurzfristig) bis an den oberen Aktivierungsrand angetrieben werden. Die Konsequenz ist, dass er sich daraufhin “lösen” kann und entsprechend seinem „genetischen Gedächtnis“ herunterfahren wird.

Nachdem auch der “verschüchterte” Parasympathikus dieselben Rezeptoren besitzt wie der Sympathikus, wird auch er ebenso durch unser Impulsverfahren angetrieben. Die Folge ist, dass sich sowohl der neu “hochfahrende” Sympathikus als auch der Parasympathikus wieder neu einjustieren und in ihren natürlichen Rhythmus einschwingen können.

Dieser Vorgang wird unserer Erfahrung nach vom Patienten subjektiv bemerkt und lässt sich durch das HRV-Messverfahren (Herz-Raten-Variabilitäts-Messung) objektiv belegen. Die HRV-Diagnosemethode ist eines der wichtigsten Messsysteme, wenn es um die vegetative Regulationsfähigkeit geht.

Beachten Sie bitte weitere wichtige Informationen auf folgenden Seiten: